Einmal Shanghai und zurück
Freitag, 6. Dezember 2013
Der Moloch
Allzu ängstliche Seelen unter euch möchte ich vorwarnen, denn mein Eintrag diese Woche wird sich nicht mit den schönen Seiten des Lebens in China befassen und ist vielmehr als Ablenkungsmanöver zu verstehen, mit dem Sinn, mich davon abzuhalten, in helle Panik auszubrechen. Ich beginne mit einer kleinen Messung der Luftwerte am heutigen Tag:

Smogwerte am Freitag - schönes Wochenende!

In Shanghai ist die Schadstoffbelastung angeblich so hoch, weil in der östlichen Region Chinas viele Kohlekraftwerke stehen, deren Emissionen durch ungünstige Luftdrucklagen und bei wenig Wind dann über Shanghai und Umgebung hängen bleiben. Interessant sind auch Vergleichswerte aus der Schule: Sport darf bei uns schon ab einem Wert von 150 nicht mehr gemacht werden, denn das Atmen fällt schwerer. Der heutige Zustand gleicht meiner Vorstellung von einer apokalyptischen Zukunftsversion.

Cosy Friday

Das mit der Ablenkung hat so natürlich nicht geklappt, und ich habe mich nun, die vielen Internetseiten über Gesundheitsrisiken bei Smogalarm schließend, ins Schlafzimmer meiner Wohnung zurückgezogen, mich mit dem Gedanken tragend, heute das Haus einfach nicht mehr zu verlassen und die Party bei einer meiner netten Kolleginnen abzusagen. Wie kontraproduktiv.

Ich hoffe, in Zukunft nicht so oft solche Artikel schreiben zu müssen, und wünsche euch ein entspanntes Wochenende mit viel frischer Luft!

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Montag, 2. Dezember 2013
Party time in China!
Bevor weitere sorgenvolle Mails bei mir eintreffen, kümmere ich mich mit ein wenig Verspätung um den noch ausstehenden Eintrag für die letzte Woche. Anders als die Überschrift erwarten lässt, hatte ich neben einer Fachbereichssitzung um 5 Uhr nachmittags und einer jeweils achtstündigen und nur inoffiziell verpflichtenden Fortbildung am Freitag und am Samstag wenig Zeit für das Schöne im Leben. Aber ich möchte nicht allzu sehr ins Jammern verfallen, wie es mein Beruf eigentlich vorsieht, denn immerhin kam ich in den Genuss meiner ersten Fußmassage und chinesischen "Party", der dieser Eintrag gewidmet ist.

Wissen solltet ihr zunächst, dass Lena, eine chinesische Freundin, mit der ich mir wöchentlich ein fabelhaftes Essen genehmige, mich bereits seit Wochen darauf vorbereitete, dass sie extra für ihre Freunde eine Party veranstalten wolle, und um eine vorläufige, doch definitive Zusage bat. Diplomatisch und ohne etwaige Terminkollisionen ließ ich ihr freie Wahl. Vor etwa zwei Wochen nannte sie mir dann den genauen Zeitpunkt: Sonntag, den 1. Dezember, um 11 Uhr morgens. Ich ließ mir meine Überraschung über die Planung nicht anmerken und sagte trotz der Vorliebe zum Ausschlafen zu - eine Entscheidung ohne Entrinnen, denn Lena besteht gewöhnlich auf Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit, zwei "sehr lobenswerte" deutsche Eigenschaften. Pünktlich schaffte ich es zwar wie so oft nicht, dafür brachte ich viel gute Laune und Blumen zur Essensverabredung im Restaurant mit. Etwas erstaunt war ich darüber, dass alle außer Lan, die sich wenigstens über die aufgetischten Gerichte wie ein Kind freute, Deutsch sprachen und eher wenig Humor bewiesen (wie ICH es stereotyperweise vielen Deutschen zuschreiben würde), es handelte sich bei den fünf Gästen nämlich vorwiegend um Sprachschüler von Lena. Nach dem Essen schlug die Gastgeberin spontan wie geplant vor, zu ihr nach Hause zu gehen, um dort eine Spielerunde zu eröffnen. Ich wage eine Zusammenfassung: Ich fühlte mich in meine Kindheit zurückversetzt und hatte doch mehr Spaß bei dem erzwungenen Besuch auf dem Weihnachtsbasar der Schule als auf der Party mit den deutschen Auswanderern, aber ich mag Lena. (Dem kann selbst die Tatsache nichts anhaben, dass sie mir nach der durch Ablenkung gewonnenen Halma-Runde eine Porzellanfigur schenkte.)

Deutsch-chinesische Clownstage
Auf dem Weihnachtsbasar der Schule

Man mag es den chinesischen Gastgebern verzeihen, dem deutschen und deutschlandaffinen Publikum einen Clown zur Weihnachtszeit zu präsentieren, der Durchschnittschinese kennt ja das christliche Konzept nicht. Immerhin ist er mit mehr Freude bei der Sache als das kompetent-verbissene Publikum, das einfach die Sicht nicht freigeben wollte für einen netten Schnappschuss.

Und so entlasse ich euch mit einem wenig ausgeklügelten Eintrag in diese Woche und hoffe, dass ihr die vorweihnachtliche Stimmung in Deutschland genießt!

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Sonntag, 24. November 2013
生日快乐 Shēngrì kuàilè!
Diese Woche werde ich mich kurz fassen und euch vor allem für die vielen netten Geburtstagsgrüße danken, die mich sehr glücklich gemacht haben! Sogar Geschenke habe ich bekommen, und zwar meinen ersten Blumenstrauß von Schülern (einen sehr großen noch dazu), ein eher schiefes Ständchen von meiner alten Klasse in Berlin, einen Muffin, Marmelade, eine Topfpflanze und das folgende Schmuckstück, das meine chinesische Freundin Jane für mich gebacken hat:

Ein Kaesekuchen von Jane

Seid herzlich gegrüßt von einer Emigrantin, die wünschte, sie würde euch nicht so arg vermissen!

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