| Einmal Shanghai und zurück |
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Sonntag, 16. Februar 2014
China international - ein Besuch in Hongkong
china girl, 15:07h
Liebe Freunde meiner Chinaerzählungen,
sicher habt ihr mittlerweile den Eindruck gewonnen, dass ich euch vernachlässige oder gar schon ganz vergessen habe, denn meine Einträge werden immer seltener, wenn auch nicht unbedingt kürzer. Ich versichere euch, dies ist nicht der Fall! Zu meiner Entschuldigung habe ich vorzubringen, dass es mich im Januar doch noch schwer getroffen hat, denn nachdem ich eigentlich schon wieder genesen war, legte eine schwerwiegende Halsentzündung mein kreatives Potential lahm und ließ mich fast die geplante Reise nach Hongkong absagen. Lasst mich mit der Vorgeschichte beginnen. Pünktlich zu Beginn der Ferien also lag ich mit dick geschwollenem Hals im Bett und konnte ich mich nur noch mit Mühe zu Jenny zum CNY Lunch (Chinese New Year) bewegen, bei dem ich weder größere Happen essen geschweige denn irgendetwas genießen konnte. (Glücklicherweise ist Jenny auch laut eigener Aussage keine große Köchin.) Es grenzt an ein Wunder, dass ich dann die lautstarke Neujahrsfeier verschlief, die dieses Jahr gemäß Lunisolarkalender in der Neumondnacht zum 31. Januar stattfand. Einzig und allein Zeuge der Nachwirkungen wurde ich: Die Luft war in den anschließenden Tagen so dick wie mein Hals, was zur Folge hatte, dass Vincent nicht planmäßig in Shanghai landen konnte und erst mit einiger Verspätung bei mir eintraf. Der Aufforderung der Regierung, aufgrund der ohnehin widrigen Luftverhältnisse weniger oder keine Neujahrsböller zu entzünden, war wohl kaum jemand nachgekommen. Mit der Hoffnung, dass die Entzündung doch noch von selbst verschwinden würde, traten Vincent und ich mit fünfstündiger Verspätung unsere Hongkongreise an. Dieser Fehleinschätzung ist es zuzuschreiben, dass ich euch zunächst mehr vom Canossa-Krankenhaus zu berichten habe als von der Stadt selbst. ![]() Blick aus dem winzigen Hotelzimmer im 22. Stock - in Hongkong ist Wohnraum knapp Kurz nach unserer Ankunft konnte Vincent mich nämlich dann doch davon überzeugen, dass meine Halsschwellung nicht ohne Weiteres abheilen würde, und wir machten uns auf den Weg ins benachbarte Krankenhaus. Für einen stolzen Preis wurde ich dort Zeuge einer unglaublichen Behandlung - innerhalb von zwei Stunden hatte ich zwei Ärztinnen gesehen, eine ausführliche Erklärung meines Leidens gehört, wenn auch nicht ganz verstanden, und eine kleinere ambulante Operation hinter mich gebracht, die mich trotz der Schmerzen doch wieder optimistisch stimmte. Dabei ließ die Freundlichkeit und Kompetenz der Ärztinnen und Krankenschwestern wirklich nichts zu wünschen übrig. Ich war glücklich und fest entschlossen, meinen Urlaub von jetzt an zu genießen. ![]() Hong Kong Park - eine Oase inmitten von Hochhausschluchten Dies war nicht sehr schwierig: Schnell waren wir beeindruckt von dem Kontrast der hohen, eng beeinander liegenden Hochhäuser auf Hong Kong Island und angrenzenden Berge und Parkanlagen, stolz, dass das rege Treiben in Kowloon und die unzählbaren und unglaublich günstigen Angebote elektronischer Geräte uns nicht in den Kaufrausch trieben, entzückt über die Farbenpracht und Vielfalt an Pflanzen auf dem Blumen- und überrascht von der Eloquenz der Papageien auf dem Vogelmarkt. ![]() Straße in dem auf dem Festland gelegenen Kowloon Trotz der Kenntnis der kolonialen Geschichte Hongkongs ließ mich auch der britisch-asiatische Flair der Stadt, die heutzutage den Status einer Sonderverwaltungszone hat, erstaunen: Die aus so unterschiedlichen Kulturen stammenden Menschen wirken freier oder besser internationaler als die Shanghaier, so dass man wahrhaft von Multikulti sprechen kann und es nicht verwunderlich ist, dass sie das Englische dem Mandarin-Chinesischen vorziehen (die Muttersprache von ca. 90% der Einwohner ist auch heute noch das Kantonesische); der Charme der zahlreichen Kneipen und Bars auf Hong Kong Island speist sich aus den britischen Einflüssen, ob moderner oder traditioneller Art; der Transport ist insofern einmalig, als dass neben doppelstöckigen Bussen und Trams auch die längste Rolltreppe der Welt zu bewundern ist, die sich über Hong Kong Island erstreckt. All dies lässt mich die Metropole besonders Asienanfängern wärmstens als Reiseziel ans Herz legen. ![]() Ding Ding, die zweistöckige Tram auf Hong Kong Island Ein besonderes Erlebnis stellte der Besuch des nahe gelegenen Macaos dar: Als ehemals portugiesisch kolonialisierte Sonderverwaltungszone bietet das Weltkulturerbe neben europäischer und asiatischer Baukunst die größte Spielwiese für Erwachsene, die ich je gesehen habe. Natürlich versuchten auch wir unser Glück, im Spielcasino reich zu werden, allerdings nur zu Beginn vorsichtig: Statt mehrere hundert Macao Dollar wie die anderen Besucher setzten wir nur umgerechnet 60€ in Chips um, wobei der Mindesteinsatz bei 30€ liegt. Da wir die Kartenspiele auch nach längerem Zuschauen nicht begriffen, entschieden wir uns für ein Würfelspiel, bei dem nur zu bestimmen war, ob die Kombination aus den Augen zweier Würfel hoch oder niedrig sein würde. Nach anfänglichem Glück packte Vincent schnell der Übermut und wir verloren binnen Sekunden alles - Glück im Unglück, denn mir war das Spiel sowieso langweilig und den Kitzel, um Geld zu spielen, konnte ich noch nie nachvollziehen. Auf diese Weise räumten wir nach 10 Minuten das Feld und wir machten uns - ich mich glücklich, Vincent sich aufgeregt und enttäuscht - auf die Heimfahrt. ![]() Die Spielkasinos von Macao bei Nacht Natürlich hätte Hongkong noch so viel mehr zu bieten gehabt, vor allem was den Besuch Lantaus oder die vielen kleinen Inseln betrifft, die zum Wandern und Entspannen einladen, aber leider war die Zeit unserer Abreise wieder einmal viel zu schnell gekommen. Sicher ist, dass ich dieser faszinierenden Stadt gerne noch einen Besuch abstatten würde, hätte ich mehr Zeit in Asien. Da dies nicht der Fall ist, werde ich mich und müsst ihr euch mit diesen schönen Erinnerungen begnügen. Am Ende meines Eintrags möchte ich euch mit ein wenig Verspätung ein frohes neues Jahr des Pferdes wünschen! Und glaubt mir, denn ich weiß es von Lena, einer chinesischen Freundin, es soll wie das Schweine- und das Drachenjahr ein besonders gutes Jahr werden! ![]() ... comment
china girl,
Sonntag, 16. Februar 2014, 17:35
Und hier die Beweisfotos
Beweisfoto Nr. 1
![]() Beweisfoto Nr. 2 ![]() Beweisfoto Nr. 3 ![]() Die Interpretation der Bilder überlasse ich selbstverständlich euch. Viel Spaß dabei! ... link
drosophila,
Sonntag, 16. Februar 2014, 20:20
Liebe Kristin,
zunächst einmal: die Fotos sind fantastisch. Du siehst SO glücklich aus, Du strahlst richtig. Was mich sehr freut, wenn ich an Dich denke so weit weg. Vincents Ausdruck hingegen gibt dem Arrangement eine hübsch humoristische Note ;) Dann: oh Du meine Güte, Operation??? Haben sie Dir die Mandeln rausgenommen oder wie? Und das im Urlaub! Wie lang wart Ihr eigentlich da? Und wieso sprechen 90% der Bewohner ausgerechnet Katalanisch, waren die Spanier vor den Briten da? In Sachen Spielen (um Geld): hast Du nun eigentlich Go Stop Mitspieler gefunden? ICH habe seit Deiner Abreise noch kein einziges Mal gespielt, was sehr unbefriedigend ist, aber was will man machen. Und Deine Haltung zu Spielen um Geld kann ich sehr gut nachvollziehen, habe ich auch noch nie verstanden. Im Gegenteil, ich glaube, es würde mir den Spaß daran etwas verderben, wenn ich immer Angst hätte, zu verlieren. Sehe gerade, dass Du in Skype unterwegs bist - mehr auf dem Wege, bis gleich! ... link
china girl,
Sonntag, 16. Februar 2014, 20:29
Katalanisch? Ich meinte natürlich Kantonesisch. Ein Fehler, der mir nicht das erste Mal unterlaufen ist. Hab den Artikel nun auch prompt abgeändert.
Leider waren wir nur fünf Tage lang in Hongkong. Ich hätte es bei besserer Gesundheit und Vorbereitung auch länger dort ausgehalten. Go Stop habe ich tatsächlich ein Mal in Seoul gespielt. Ich freue mich schon sehr auf die Sommerferien, für die ich dich hoffentlich als Mitspielerin gewinnen kann! ... link
traveller43,
Freitag, 7. März 2014, 07:33
Oh Go Stop - da werden auch bei mir Erinnerungen an meinen Berlin Besuch wach !!! Vermisse das Kartenspiel mit Dir ganz schön !!!
... link ... comment
katb,
Donnerstag, 27. Februar 2014, 06:34
ja, man sieht es ganz deutlich, vincent liebt die kamera. ich muss lachen, weil es einfach super ist, dein glückliches strahlegesichtlein zu sehen und monsieur-ich-lache-heute-nicht daneben. herrlich! mit diesem blick wäre er ein fantastischer lehrer geworden. seoul sieht ja traumhaft aus. ich finde allerdings die superhohen gebäude ganz schön krass. hattest du denn da oben kein mulmiges gefühl, wenn du rausgesehen hast? und ich schließe mich sandras frage an: mandel-op? das wär auch meine theorie gewesen.
und was ich noch sagen will, auch wenn mein senf da vielleicht nicht erwünscht ist: ich fand white teeth furchtbar langweilig und habe mich nur durchgequält, weil wir es für die uni lesen mussten. furchtbar!grins.ich hoffe, ich erwische dich bald bei skype und kann dich mal wieder hören! knutscha ... link
china girl,
Donnerstag, 27. Februar 2014, 18:30
Vielleicht lag es auch einfach daran, dass du von einer von dir herzlich wenig geliebten Professorin dazu gezwungen wurdest, "White Teeth" zu lesen? Manchmal sind es auch die Umstände, die einem die Freude verderben. Ich stell es nur in den Raum, denn eigentlich gibt es schon wirklich sehr komische Passagen im Roman. Der Anfang ist doch auch super. Aber egal.
Ehrlich gesagt hatte ich keine Mandel-OP, sondern einen Abszess im Hals. Hatte damit ja schon damals in Birmingham zu kämpfen. Ich hoffe jedenfalls, dass mir so etwas nicht bald wieder passiert, denn es war äußerst unangenehm. Ich fand Hongkong auch wirklich unglaublich und würde es im Vergleich mit den von mir bisher besuchten Städten hier auf Platz 1 sehen. Ich weiß nicht, ob das auch der Fall wäre, wenn ich schreckliche Höhenangst hätte. Also, wenn du einmal irgendwann Lust auf ein bisschen Asien haben solltest, dann nichts wie hin! ... link ... comment
traveller43,
Freitag, 7. März 2014, 07:38
so, jetzt komme auch ich endlich mal wieder dazu, Deine letzten Blogeintraege zu lesen....Habe Deinen Hongkongbericht mit viel Interesse gelesen, da kamen viele Erinnerungen hoch, wir waren auf unserer Hochzeitsreise für leider nur 3 kurze Tage da, aber den Park und Kowloon auf Deinen Bildern habe ich gleich wieder erkannt !!! Nach Macau haben wir es damals leider nicht geschafft - oder sollte ich sagen glücklicherweise ?! ich kenne das glaube ich nur aus dem James Bond film, war das bei Skyfall nicht am Anfang in Macau gefilmt ? sah auf jedenfalls ziemlich cool aus....und Tim hätte ich im Casino auf jedenfall auch verloren, hehe, dann ist es ja immer gut, wenn die Männer eine vernünftige Frau dabei haben :-)
Freut mich auch zu hören, dass es Dir wieder besser geht, wir haben endlich auch die Grippewelle ziemlich überstanden, nachdem Sean die Windpocken hatte, lagen wir dann nämlich abwechselnd alle mit Grippe im Bett und das hat sich die letzten Wochen so hingezogen.... so, jetzt muss ich mal auf Deinem Blog die mir noch fehlenden Berichte nachlesen !! bis später, liebe Grüße, Kristin ... link ... comment |
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Letzte Aktualisierung: 2015.08.12, 02:06 status
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