Einmal Shanghai und zurück
Montag, 7. April 2014
Die Welt am Sonntag in Shanghai
Da an diesem Wochenende in China Gräbertag war, habe ich einen Tag länger Zeit, mich auf meiner Couch voll und ganz der Arbeit zu widmen, denn auf meinem Schreibtisch türmen sich wie gewohnt die Klassenarbeiten, nun ergänzt durch die wenig aussagekräftigen, aber korrekturaufwendigen Kompetenztests des Landes Thüringen. Eine Ausnahme sollte der Zoobesuch am gestrigen Tag darstellen, allerdings wurde der Plan wenig überraschend vereitelt:

Schlangen vor dem Ticketschalter des Shanghaier Zoos
Eine blöde Idee, an einem Feiertagswochenende einen Ausflug zu planen

Zur Bedeutung des Gräbertages für die Menschen hier und zur Erklärung dessen, dass die meisten Chinesen anscheinend doch nicht ihre Zeit auf dem Friedhof verbringen, sondern lieber im (oder besser vorm) Shanghaier Zoo, habe ich im Internet sehr wenig gefunden. Allgemein ist es wohl Tradition, an diesem Tag die Gräber der Ahnen zu besuchen, ihnen verschiedene Speisen darzubringen und dabei ihrer zu gedenken. Was sich so schön anhört, ist in der Realität allerdings schwer umsetzbar: Erstens werden in China mittlerweile die meisten Verstorbenen eingeäschert und ihre Überreste über dem Meer verstreut, zweitens wohnen seit der Verstädterung hier viele nicht mehr in der Nähe ihres Geburtsortes und müssen sehr große Anstrengungen auf sich nehmen, um ihre Familien zu besuchen. Sicher erklärt das auch, weshalb Lena und ich zu Plan B greifen und einige Runden im idyllischen, weil unbekannten Xinhongqiao-Park drehen mussten.

Der Xinhongqiao Central Park, ganz ohne exotische Tiere
Eine gute Idee, einen Nachbarschaftspark aufzusuchen, da so viele in den Zoo gehen

Natürlich kann man den Menschen hier nun wirklich nicht vorwerfen, ihre Familienpflichten zu vernachlässigen. So scheinen einige Chinesen sogar Professionelle anzuheuern, die an ihrer Stelle die Grabstätten der Vorfahren aufsuchen und dort für sie trauern, damit neue Arbeitsplätze zu schaffen und aus der Not eine Tugend zu machen - wohl ein klassischer Fall von "andere Länder, andere Sitten". Bis zum nächsten Mal! Zàijiàn!

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Letzte Aktualisierung: 2015.08.12, 02:06
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