| Einmal Shanghai und zurück |
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Sonntag, 9. März 2014
Komische Listen in der Fortsetzung
china girl, 00:26h
Und da es unfair ist, die Expats zu verunglimpfen und nicht auch die lieben Shanghaier einmal genauer unter die Lupe zu nehmen, werde ich mich in diesem Eintrag einer Fortsetzung der bei euch anscheinend nicht so unbeliebten Listen widmen. Vorhang auf für eure interkulturellen Forschungen!
Der Komödie erster Teil Als Gast dieses Landes, der sich sehr herzlich aufgenommen und mehr mit neugierigen als argwöhnischen Augen betrachtet fühlt, ist mir auch der kritische Blick auf meine Umgebung nicht ganz fremd. Leider halten nicht alle (An-)Gewohnheiten der hier Ansässigen diesem immer Stand, und ich habe entschieden, es für mich abzulehnen, - mir meine Fingernägel mit einem Nagelknipser in der U-Bahn zu schneiden (wirklich nur manche), - laut zu rülpsen, wenn ich an anderen, mir unbekannten Personen vorbeigehe (einige Frauen), - mir den Schleim geräuschvoll den Hals hinauf- und dann genüsslich gen Boden zu würgen (viele Männer, die eine oder andere ältere Frau), - meinen Regenschirm sämtlichen Passanten in den Hals, an den Kopf oder die Jacke zu rammen, ohne es zu merken (eher wenige), - mit dem Motorroller auf dem Bürgersteig zu fahren, obwohl zwei Fußgänger schon kaum aneinander vorbeikommen, und so Unfälle mit Regenschirmen noch zu begünstigen, - mein Gepäck in zehn Plastiktüten statt einem Koffer zu verstauen, wenn ich verreise (kommt vor), ![]() Datenschutz und Privatsphäre - wie das Urheberrecht unbekannte Konzepte - zu versuchen, mich in eine übervolle U-Bahn zu drängeln, ohne die Wartenden erst aussteigen zu lassen (gängige Praxis, aber das wisst ihr ja schon), - in der Öffentlichkeit mit voller Kraft in mein Telefon zu brüllen, wenn man mich auch bei normaler Lautstärke gut versteht (fast alle), - den Winter ganz ohne Heizung und nur in Winterjacke zu verbringen, auch wenn dies sehr umweltfreundlich sein sollte (ebd.), - Probleme nur indirekt anzusprechen, ohne dass das Gegenüber weiß, wovon die Rede ist (schwer zu sagen), - ausschließlich, wenn ich gerade keine Serie darauf ansehe, auf einem Tablet-PC oder Handy zu lesen, überhaupt nur noch den Blick von meinem Bildschirm zu lösen, um mich mit Nahrung zu versorgen, denn das kann einfach nicht gesund sein (neulich stieß ich beim Einsteigen in die U-Bahn mit meinem Buch zuerst gegen eine Eisenstange und anschließend, als ich einen Schritt zurücktrat, sehr unsanft gegen eine andere Passagierin, die im zweiten Teil noch Erwähnung finden wird). Der Komödie zweiter Teil Gerne dagegen möchte ich in Zukunft auch - immer gut gelaunt sein, selbst wenn der Smog mir die Sicht verschleiern sollte, - mir nie zu viele Gedanken über solche Dinge machen und sie vor allem nicht stundenlang im Internet recherchieren, - es schätzen können, wie gut es mir geht, und mich nicht immer über alles beschweren, auch wenn dies die Gesprächsthemen mit deutschen Kollegen deutlich einschränken sollte, - disziplinierter und nicht so furchtbar bequem sein, wenn ich mir vorgenommen habe, etwas zu erreichen, z.B. eine Sprache wie das Französische zu erlernen, - so schnell leckere Gerichte auf den Tisch zaubern können, - nicht so spießig sein, ernsthaft zu überlegen, ein Beweisfoto von den Vibratoren an der Supermarktkasse zu machen, - die Menschen von Zeit zu Zeit mit einem so naiv echten, strahlenden Lächeln beglücken, auch wenn sie mir gerade auf den Fuß gestapft sind, - mein Leben als erfüllt betrachten und es jeden Tag genießen. ![]() Aus meinem Lieblingscafé um die Ecke Mit diesen himmlischen Gedanken findet diese Komödie ihren Schluss, und mir bleibt nur zu hoffen, dass auch ihr euch so angenehm durch die nächste Woche träumt. Vorhang zu! ... link (2 Kommentare) ... comment ... older stories
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Letzte Aktualisierung: 2015.08.12, 02:06 status
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